ABGESAGT
Übersetzerinnen im Exil
Drei Fallbeispiele und eine translationswissenschaftliche Einbindung

Vortrag von Larisa Schippel

Moderation: Irene Messinger

Der Vortrag wird aufgrund der aktuellen Situation und der Maßnahmen betreffend COVID-19 abgesagt und voraussichtlich ins Wintersemester20/21 verlegt werden.

Einladung

In Deutschland wurden 1933 missliebige Bücher verbrannt, in Österreich bereitete man mit Hilfe sog. Sperrlisten die «Säuberung» der öffentlichen Bibliotheken vor. Bücher deutschsprachiger AutorInnen werden gewöhnlich genannt, wenn es um Gedenken und Erinnerung geht. Weitaus seltener werden die AutorInnen «fremder Zunge» erwähnt – Zola, Dos Passos, Gorki, Barbusse, Ehrenburg und viele andere fielen dem Verbot anheim. Wer waren die Übersetzerinnen dieser Werke und was geschah (mit) ihnen? Viele gingen ins Exil, soweit es ihnen gelang, Aufnahme in einem sicheren Exilland zu finden. Viele übersetzten. Andere wurden im Exil zu ÜbersetzerInnen. Und wieder andere begannen erst nach dem Exil, ihre neu erworbenen Sprachkenntnisse als Übersetzerinnen zu nutzen. «Verlorene Heimat, gewonnene Sprache»…

Larisa Schippel, geb. 1951 in Karpinsk, UdSSR, ist seit 1. Oktober 2011 Leiterin des Zentrums für Translationswissenschaft. 1957 Übersiedelung mit der Familie nach Dresden. 1969-1973 Studium an der Humboldt-Universität Berlin und der Universität Bukarest (Dipl.-Sprachmittler in der Fächerkombination Rumänisch und Russisch). 1973 Diplom-Sprachmittlerin für Russisch und Rumänisch. 1973-1977 Assistentin an der Sektion Romanistik der Humboldt-Universität. 1977-1982 wiss. Mitarbeiterin an der Sektion Romanistik der Humboldt-Universität Berlin. 1982-1985 Leiterin der Dolmetschergruppe der HU Berlin. 1983 Promotion zum Dr. phil. 1985-2000 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Sektion/am Institut für Romanistik der Humboldt-Universität. Seit 1991 Fachprüferin am Landesprüfungsamt für Übersetzer des Landes Berlin. 2000-2002 freiberufliche Übersetzerin. 2002-2008 Gastprofessorin für Übersetzungswissenschaft am Institut für Slawistik der Humboldt-Universität Berlin. Seit Oktober 2010 Professur für Transkulturelle Kommunikation am Zentrum für Translationswissenschaft der Universität Wien.