23. März 2021
18.30 Uhr
Übersetzerinnen im Exil
Drei Fallbeispiele und eine translationswissenschaftliche Einbindung

Vortrag von Larisa Schippel

Moderation: Irene Messinger

Einladung

In Deutschland wurden 1933 missliebige Bücher verbrannt, in Österreich bereitete man mit Hilfe sog. Sperrlisten die «Säuberung» der öffentlichen Bibliotheken vor. Bücher deutschsprachiger AutorInnen werden gewöhnlich genannt, wenn es um Gedenken und Erinnerung geht. Weitaus seltener werden die AutorInnen «fremder Zunge» erwähnt – Zola, Dos Passos, Gorki, Barbusse, Ehrenburg und viele andere fielen dem Verbot anheim. Wer waren die Übersetzerinnen dieser Werke und was geschah (mit) ihnen? Viele gingen ins Exil, soweit es ihnen gelang, Aufnahme in einem sicheren Exilland zu finden. Viele übersetzten. Andere wurden im Exil zu ÜbersetzerInnen. Und wieder andere begannen erst nach dem Exil, ihre neu erworbenen Sprachkenntnisse als Übersetzerinnen zu nutzen. «Verlorene Heimat, gewonnene Sprache»…

Univ.-Prof.in Larisa Schippel, Studium an der Humboldt-Universität Berlin und der Universität Bukarest. 1973 Diplom-
Sprachmittlerin für Russisch und Rumänisch.
1973-1977 Assistentin an der Sektion Romanistik der Humboldt-Universität. 1977-1982 wiss. Mitarbeiterin an der Sektion Romanistik der Humboldt-Universität Berlin. 1982-1985
Leiterin der Dolmetschergruppe der HU Berlin. 1983 Promotion zum Dr. phil. 1985-
2000 wissensch. Mitarbeiterin an der Sektion/
am Institut für Romanistik der Humboldt-
Universität. Seit 1991 Fachprüferin am
Landesprüfungsamt für Übersetzer des Landes Berlin, freiberufliche Übersetzerin,
ab 2002 Gastprofessorin für Übersetzungswissenschaft am Institut für Slawistik der Humboldt-Universität Berlin. Seit 2010 Univ.-Prof. f. Transkulturelle Kommunikation am Zentrum für Translationswissenschaft der Unversität Wien, 2011-2018 Leiterin des Zentrums. Seit 2019 wird die Untersuchung der Tätigkeit und der Lebenswege verfolgter Übersetzerinnen und Übersetzer im Rahmen eines D-A-Ch-Projekts vom FWF, der DFG und des SNF gefördert; im Sommer 2022 wird die Abschlusstagung (Wien) stattfinden.
https://exiltrans.univie.ac.at/